Suche
Suche Menü

Vogelfütterung

Jährlich veranstaltet der Texttreff – das Netzwerk für wortstarke Frauen ein Blogwichteln. Dabei wird jede Mitmachende einem fremden Blog zugelost. Schwierig kann es werden, wenn man „artfremd“ schreiben muss. Für mich ist es das zweite Mal und mein zugeloster Wichtel ist die Lektorin Sarah Christiansen. Unser gemeinsamer Nenner ist die Natur:

Die Vogelfütterung ist ein gesamtgesellschaftliches Hobby, dem auch ich mit Begeisterung nachgehe. An der Frage aber, ob man nur im Winter, das ganze Jahr hindurch oder überhaupt füttern sollte, scheiden sich die Geister. Für jede der Möglichkeiten gibt es gute Gründe, die dafür oder dagegen sprechen und an dieser Stelle kurz zusammengefasst werden.

Vögel ganzjährig füttern

Befürworter einer ganzjährigen Vogelfütterung heben hervor, dass es den Vögeln nicht nur im Winter, sondern auch in den anderen Jahreszeiten immer schwerer fällt, Nahrung zu finden, da wir Menschen ihren Lebensraum und die Insekten, ihre Nahrungsgrundlage, vernichten. Dies wird unter anderem durch zu häufiges Mähen der Wiesen und den Einsatz von Herbiziden, Umweltverschmutzung sowie starke Bebauung verursacht. Besonders bedenklich ist auch, dass die bei der Insektenvernichtung eingesetzten Pestizide sich in den Körpern der überlebenden Insekten ansammeln können und wiederum von den Vögeln mit gefressen werden.

Vögel nur im Winter füttern

Auch für eine Winterfütterung gibt es gute Gründe: Insbesondere bei Frost oder Schnee freuen sich die Vögel über das zusätzliche Angebot, da sie dann selbst schlechter Nahrung finden und viel Energie aufwenden müssen, um die kalten Temperaturen zu überstehen.
Niedrige Temperaturen machen es zudem leichter, für die nötige Hygiene am Futterplatz zu sorgen. Befürworter einer ausschließlichen Vogelfütterung im Winter betonen zudem, dass bei einer Ganzjahresfütterung die Gefahr bestünde, dass sich die Vögel zu sehr daran gewöhnten und eine Eigenversorgung vielleicht sogar verlernten.

Ein wichtiger Aspekt der Fütterung, egal, ob Ganzjahres- oder Winterfütterung, der nicht vernachlässigt werden sollte und den Umweltverbände hervorheben, ist übrigens folgender: Vogelfütterung und das damit verbundene Beobachten der Vögel bringt Menschen in den Kontakt mit der Natur und sorgt dafür, dass sie sich mehr für die Natur interessieren und sich vielleicht sogar für deren Schutz einsetzen.

Gegenstimmen
Es gibt aber auch Kritiker, die sich konsequent gegen eine (Winter-)Fütterung aussprechen. Sie argumentieren, dass von dieser nur Vogelarten profitieren würden, die nicht bedroht sind und den Winter auch ohne zusätzliche Fütterung überstehen würden. Der Mensch würde durch eine Vogelfütterung sogar in den natürlichen Ausleseprozess eingreifen, da schwache Tiere so durch den Winter gebracht werden würden, was die Natur so nicht vorgesehen hätte. Den gefährdeten Vogelarten würde dies hingegen nichts nützen, da sie sich ohnehin nicht in dicht besiedelten Gebieten aufhielten. Auch für Zugvögel könnte die Zufütterung der zuhause gebliebenen Vogelarten ein Problem sein, da diese unter Umständen die besten Nistplätze belegten. Viele Kritiker schlagen vor, stattdessen für Vogelschutzprogramme zu spenden.

Sarah Christiansen lektoriert und textet, zusammen mit ihrer Kollegin Agnes Veit, als „Zweite Feder“ in Göttingen. Sie bestückt dabei nicht nur Unternehmenswebseiten mit SEO-Texten und Blogartikeln oder verfasst Newsletter, sondern ist auch als Werbe- und Belletristiklektorin im Einsatz.

Autor:

Freie Kommunikationsberaterin (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Positionierung) und Texterin für informelle Umweltbildung