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Pressearbeit ist mehr als Mitteilungen senden

Vor einigen Wochen nahm ich an einer Veranstaltung teil und wunderte mich. Eine Ministerin eröffnete das Umweltfest und es waren kaum Zuhörende dabei. Einige Kinder, viele Teilnehmende und sehr wenige, reine Besuchende. Die lokale Zeitung wurde informiert und sie setzte eine winzige Mitteilung am Veranstaltungstag ins Blatt. Das hätte besser laufen können und müssen.

Mehrere Veranstalter & ein Austragungsort?

Ja, so war das hier auch. Wobei der Ort ein Freilichtmuseum war und bestimmt gute Kontakte zur lokalen Presse pflegen wird. Sitzt der Hauptveranstalter in einer anderen Region und kann gar keine direkten Kontakte zu zuständigen Redaktionen besitzen, gibt es immer noch die Möglichkeit aktiv nachzufassen. Klar müssen Zeitungen nicht jede an sie geschickte Mitteilung versenden. Wenn jedoch, zum Beispiel extra eine Ministerin kommt, sollte man mehr für eine ordentliche Bekanntmachung tun.

Pressemitteilung allein genügt nicht immer

An der Pressemitteilung gab es in diesem Fall nichts auszusetzen. Die war gut. Und sie wurde etwa zwei Wochen vor dem Event versendet. Zur Pressearbeit gehört immer:

  • eine aussagekräftige und leserfreundliche Pressemitteilung schreiben
  • ein gutes Foto heraussuchen.
  • Beides an den passenden Redakteur senden.
  • Recherchieren, ob die Mitteilung „gebracht“ wurde.
  • Falls nicht, nachhaken, warum. Bei wichtigen Ereignissen die Höhepunkte und das Wesentliche des Ganzen hervorheben. Telefonisch oder/und per E-Mail.
  • Eine Einladung an die Redaktion schicken, um so eine Nachberichterstattung zu ergattern.

Umweltministerin spricht, keine Presse in Sicht?!?

Das könnte der lokalen Presse als unverschämt ausgelegt werden. Allerdings ist das von außen sehr schwer zu beurteilen. Wenn nur die Pressemitteilung versendet wurde, kann es sein, dass sie im Wust anderer einfach unterging. Jede Lokalredaktion erhält täglich unfassbar viele E-Mails, deutlich über 100 sind keine Seltenheit. Da rutscht schon mal etwas durch. Umso wichtiger ist ein sprechender Betreff samt Termin und ein bis zwei Zeilen in der Mail, worum es sich konkret dreht. Plus Termin. Rest in der Mitteilung.

In diesem Beispiel wurde weder die gesendete Pressemitteilung gedruckt (außer minimal in einer Seitenspalte) noch wurden Fotograf/Journalist geschickt, um später drüber zu berichten. Allerdings sendete der zuständige Veranstaltende nur eine Mitteilung und kümmerte sich nicht weiter darum. Das genügte nicht.

Autor:

Kommunikationsberaterin • naturerlebnispädagogische Autorin • berät, schreibt zu Presse-/Öffentlichkeitsarbeit & Ökologie • Teetrinkerin