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Nebel

Wir fuhren in Serpentinen den Berg hinauf. Erst durch Olivenhaine, später durchsetzten zunehmend Lavabrocken das Grün. Und in ziemlicher Höhe, gefühlt, fuhren wir auf einmal durch Esskastanienwälder. Der Gipfel, morgens noch klar zu erkennen, wenn auch weit entfernt, verhüllte sich nun in Wolken. So verschämt. Irgendwann umhüllten uns Nebelschwaden. Der Ätna ist plusminus dreitausend Meter hoch. Wenn sich das Wetter am Fuß fein zeigt, heißt das noch lange nicht, dass es oben auch heiter ist! Der Bus hielt an, keiner wusste, weshalb. Angekommen. Natürlich. Man sah: nichts. Beziehungsweise: Nebel. Keine Seilbahnstation, nur einige schemenhafte Buden. Dabei standen wir nicht einmal zehn Meter von ihnen entfernt. Ein Telefonat mit den Vulkanführern ergab: auch das Hochfahren mit der Seilbahn würde nichts nutzen. Mamma Etna hüllte sich in Nebel. Zu gefährlich.

Wir wanderten ein wenig herum. Plötzlich verzogen sich einige Nebelschwaden. Die Crateri Silvestri zeigten sich. Nur kurz, unmittelbar vor uns. Ein Paar bat mich sie vor ihnen zu fotografieren. Als ich den Auslöser drückte, waren die Krater schon wieder hinter einem neuen Vorhang verschwunden. Diesen Ausflug hatten wir uns anders vorgestellt. Ich fand es trotzdem sehr anregend und erheiternd.

Autor:

Freie Kommunikationsberaterin (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Positionierung) und Texterin für informelle Umweltbildung