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Krise mit Corona – Hilfe? Hilfe.

Es gibt einen Klassiker im Figurentheater: „Krise mit Louise“. Ein Pärchen zofft sich, findet Wege zum auseinanderdriften und wieder zusammenkommen. Mit etwas derbem Humor, durchaus für schlichte Gemüter geeignet, haarsträubend amüsant.

Momentan sitze ich solo im Homeoffice und denke an „Krise mit Corona“. Das reimt sich nicht. Die Situation ist alles andere als amüsant. Nicht nur bei mir setzte sich in den letzten Tagen eine Art Schockstarre fest.

Online in die Hände gespuckt

In meinem erdhaftigen Büro läuft jetzt alles über E-Mail, Zoom, Skype und Telefon. Texte und Beratungen ja sowieso, kleinere Workshops auch und jetzt eben intensiver. Letzte Woche kam der erste Online-Vortrag. Eigentlich als Präsenz geplant. Mit den Auftraggebern vereinbart es mal über Zoom zu versuchen. Die Teilnehmenden bekamen den Einladungslink per E-Mail, konnten per Chat fragen und so war auch das Honorar gesichert. Und es klappte gut!

Momentan arbeite ich an Fortbildungsangeboten für eine neue Klientel, das ergab sich so über drei Ecken. Corona-bedingt und inhaltlich charmant, etwas tricky umzusetzen eventuell. Ich knabbere noch daran.

Wohnungs-Homeoffice-Koller? Hoffentlich nicht!

Bei Spaziergeh-Pausen kommt mir manches unwirklich vor. Steht da irgendwo eine Kamera? Laufe ich durchs Bild? Ruft gleich jemand entnervt „ey – hier wird gedreht“? Gestern war ich die einzige Solo-Spaziergängerin im Grünen ohne Hund und wurde leicht beäugt. So strange. Telefonate und Skype-Treffen mit Freunden, manchmal sogar inklusive „Mensch, ärgere dich nicht“ über eine Brettspielwebsite 😉 Hoffentlich kommt keine Ausgangssperre! Auch hier zieht die Nachbarschaft Fäden, kann man helfen. Landwirte fragen an, ob wer Zeit hat für Spargel- und Erdbeerernte.

Hilfe? Hilfe!

Auf dem Laufenden bleiben, aber die Nachrichten nicht stündlich verfolgen. Das erfordert eine gewisse Abstinenz von social media und Nachrichtensendern. Ähnlich wie bei der Übertragung des Brandes von Notre Dame kann so eine Art Sog aufkommen. Man macht sich verrückt. Das ist kontraproduktiv.

Mir hilft immer selbst etwas tun zu können und das ist bei einem unsichtbaren Virus nicht einfach. Aber doch, jeder kann etwas tun außer dem obligatorischen Hände aus dem Gesicht, Hände gründlich waschen, zuhause bleiben, draußen alleine laufen, alleine einkaufen.

Seele pflegen

  • Nicht hängen lassen, Kopf hoch, Ohren steif halten und munter bleiben. Das sagte meine Oma immer und es funzt.
  • Wer im Homeoffice am Schreibtisch arbeitet: eventuell so hinstellen, dass man zum Fenster rausgucken kann. So fühlt man sich weniger allein, wenn man noch ein bisschen mehr mit bekommt und sei es nur Vogelkino.
  • Draußen laufen, spazierengehen, wandern, radeln – brav alleine und möglichst in naturnahen Gebieten. Frische Luft genießen.
  • Wer sich auskennt: Kräuter beim Draußensein sammeln und damit Leckereien zubereiten. Scharbockskraut, Brennnessel, Löwenzahn peppen Salat auf. Die letzten beiden schmecken mit Kartoffeln, Créme fraîche, Salz, Pfeffer, Ras al Hanout oder Paprikapulver püriert als Suppe fantastisch.  Kräuter sammeln wirkt übrigens auch beruhigend.
  • Wer Kinder hat und Wald in der Nähe: Frühling im Wald erkunden. Man benötigt kein Spielzeug, es findet sich genügend zum Entdecken, Erkunden und Spaß haben.

Körper & Geist pflegen

  • Rituale einführen oder beibehalten. Sich mit Kollegen via Skype treffen statt zum Mittagessen oder selbst einen Jour fixe einführen.
  • Für Solo-Selbstständige bietet der VGSD eine Corona-News-Seite und die Webinare sind empfehlenswert.
  • Atemwege pflegen, damit Corona weniger Chancen hat: lesenswerter Artikel der ETH Zürich „Mit Atemwegspflege das Infektionsrisiko senken
  • Das Erzähltheater Osnabrück bietet statt Veranstaltungen jetzt täglich ein Märchen zum Hören: Das Märchenfenster.
  • Zeit genießen mit einem guten Buch, Musik, alleine tanzen, Gymnastik zuhause, draußen sich alleine bewegen, mit Freunden telefonieren/visiofonieren, musizieren, Frühjahrsputz, Gärtnern oder Balkon pflegen, sich gutes, schmackhaftes Essen zubereiten…

Autor:

Freie Kommunikationsberaterin (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media, Positionierung) und Texterin für informelle Umweltbildung