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Interview: Grün & Design

Mit Jana Pfeil netzwerke ich seit einigen Jahren. Sie bietet eine „pflanzliche“ Dienstleistung für Büros in Unternehmen an. Ich habe ihr dazu ein paar Fragen gestellt:

Wie bist du darauf gekommen, Unternehmen grün aufzuhübschen?

Mein Name ist Jana Pfeil, ich bin 47, verheiratet und habe einen erwachsenen Sohn. Oftmals entwickeln sich Dinge im Leben anders als man denkt und so stand ich vor sechseinhalb Jahren vor der großen Frage, wie meine berufliche Laufbahn weitergehen wird. Da ich gerne selbstverantwortlich arbeite und die Freiheit liebe, stand nach kurzer Überlegung fest – es geht in Richtung Selbständigkeit.

Und was ist bei einer Selbständigkeit besser, als das Glück seiner Mitmenschen zu fördern? Glückliche Menschen und mehr Motivation! Und das konnte ich ganz einfach mit wunderschönen Pflanzen und Gefäßen erreichen. Das Witzige dabei waren Gedanken, die ich schon als Kind hatte, was mir natürlich erst viel später wieder eingefallen war. Damals träumte ich davon, sobald ich mein erstes eigenes Zimmer hatte, mir eine grüne Oase mit vielen schönen Nischen darin zu erschaffen. Und mit grün+design kehrte dieser Traum wieder zurück in mein Leben.

Für welche Räume sind deine Objekte besonders geeignet und was ist das Besondere an grünen Wänden?

Im Grunde genommen sind meine Objekte für alle Räume geeignet. Nie vergessen sollten wir aber, dass Pflanzen Lebewesen sind, die auch Empfindungen haben. Deswegen macht es wenig Sinn, eine Pflanze irgendwo hinzustellen, wo nie jemand vorbeikommt. Dort würde sie sich schnell einsam fühlen und über kurz oder lang eingehen. Ebenso wenig empfehlenswert ist es, einem extrem übellaunigen und aufbrausenden Zeitgenossen eine echte Pflanze zu gönnen. Das würde sie ebenfalls nicht überleben. Die besten Plätze haben ausreichend Licht und genug Fläche. Es gibt so viele individuelle Gefäße, so dass wirklich für jede Herausforderung eine Lösung möglich ist. Man kann Sideboards begrünen, man kann Fensterbänke nutzen, man kann ganz normal die Fläche auf dem Boden nutzen.
Das Besondere an grünen Wänden ist, dass ich mit wenig Fläche eine große Wirkung erzielen kann. In vielen Räumen, wie Büros, Meeting- oder auch Gemeinschaftsräumen, sind die Flächen bis auf den letzten Zentimeter ausgereizt, aber an der Wand findet sich meistens noch ein freier Platz. Wenn ich mit echten Pflanzen arbeite, habe ich auch eine sehr große Verdunstungsfläche. Läuft ein Mensch an einer echten grünen Wand vorbei, spürt er die Frische der Luft. Eine solche Wand braucht natürlich viel Pflege. Wenn ich es mir ein bisschen pflegeleichter wünsche, kann ich auch auf Mooswände ausweichen. Die sehen wirklich toll aus, brauchen aber weder Licht noch Wasser. Das wird dadurch erreicht, dass die Pflanzen stabilisiert sind.

Pflanzen brauchen Wasser und Dünger – gibt es besondere Herausforderungen?

Ich persönlich arbeite im Echtpflanzenbereich nur mit Hydrokulturen. Diese haben einen längeren Gießintervall und gedeihen einfach besser als normale Erdpflanzen. Sie benötigen einen speziellen Dünger, der alle drei bis sechs Monate gegeben wird. Und die Pflanzen sagen ihrem Menschen ganz genau, wie viel Wasser sie möchten. Deswegen ist ein Gießanzeiger drin. Viele neigen dazu, gleich nachzugießen, sobald der Anzeiger gesunken ist. Damit würde man der Pflanze allerdings die Luft zum Atmen nehmen. Wie das richtige Gießen aussieht, erklären wir natürlich! Es ist nicht schwer.

Kontakt zu Jana Pfeil mit „Grün und Design“

Autor:

Kommunikationsberaterin • naturerlebnispädagogische Autorin • berät, schreibt zu Presse-/Öffentlichkeitsarbeit & Ökologie • Teetrinkerin