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Forderungsmanagement

Wenn Ihnen ein Täubchen auflauert, denken Sie dann an Forderungen? Wohl nicht. So erging es mir zumindest vor etwa drei Jahren im Hochsommer. Zu dieser Zeit ließ sich ein Paar Ringeltauben in einem nahe gelegenen großen Garten häuslich nieder. Er ist eine ganz normale Ringeltaube: „Biete mir Futter, aber komm mir bloß nicht zu nah!“. Sie eigentlich auch. Eigentlich, weil sie sich ziemlich untypisch verhält. Frau Taube ist da anders unterwegs. Wahrscheinlich studierte sie Menschen und übertrug einiges auf die urbane Wildnis.

Es klopfte eines Tages. Ich saß am Rechner. Es klopfte energischer, vom Fenster her. Da reckte sich ein grauer Hals mit Schnabel hoch. Als ich aufmerkte, hüpfte eine Taube auf den nahe gelegenen Baum. Guckte mich mit schief gelegtem Köpfchen an. Niedlich. Das Ganze wiederholte sich ein paar Mal. Futter reichen wollte ich ihr nicht. Wasser steht in mehreren Schälchen hoch und niedriger auf dem Balkon. Beziehungsweise stand. Nachdem ich alle trocken gefallenen Schalen auffüllte, war Frau Ringeltaube zufrieden. Sie sitzt im Sommer häufiger auf einem der Bäume gegenüber meinem Bürofenster und guckt. Ans Fenster klopft sie nur im Sommer, wenn ich sträflicherweise vergaß, Trink- und Badewasser aufzufüllen.

Fordert Frau Ringeltaube wirklich ein?

Ich testete. Vielleicht ging ja nur die Fantasie mit mir durch? Also das Wasser bewusst nicht eingefüllt und das Fenster auf Kipp gestellt. Mich an die Arbeit begeben. Frau Taube saß recht bald auf der Eibe und starrte mich an. Ich fühlte mich über fünf Minuten angestarrt. Beim leichten äugen zu ihr – bloß nicht den Kopf heben! – sah ich sie starren. Kurz danach flog sie auf den Fenstersims, reckt den Hals und starrte weiter. Danach klopfte sie deutlich. Erst, wenn ich draußen auf dem Balkon das Wasser aufgieße, ist Frau Taube zufrieden und lässt mich in Ruhe arbeiten. Diese Kiste passiert seit drei Jahren. Im Winter scheint sie sich woanders aufzuhalten.

Region Heckenweg

Dort ist Frau Ringeltaube auch bekannt. Eine ältere Dame bekommt Klopfzeichen und wohl auch ungeduldiges Anstarren samt Hüpfen auf der Fensterbank, wenn der Futterspender leer ist. Also, so geht das nicht, Frau Mensch! Und Frau Ringeltaube erkennt uns Wasser- oder/und Futtergeber auch, wenn wir zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Sie hüpft dann gleich näher ran, begleitet fliegend oder auf irgendwelchen Hecken oder Mauern schreitend. Immer so, dass sie zügig flüchten kann. Ein wenig „normales“ Taubenverhalten ist durchaus in ihr vorhanden!

P.S.: Dieses Sommerthema jetzt im Februar? Ja, darauf brachte mich ein Chat bei Twitter. Und jetzt freue ich mich auf den Sommer das hoffentlich wieder beginnende Spektaktel mit Frau Ringeltaube demnächst 🙂 

P.P.S.: Ein Tierarzt kennt sie ebenfalls und verarztete sie einmal. Er guckte dabei auch das Geschlecht nach.

Autor:

Dinge vom Ende her denken. Das große Ganze sehen. Mein Name ist Silke Bicker. Als PR-Beraterin und Texterin rund um Natur und das Grün arbeite ich für Dienstleister, Unternehmen und Ämter.