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7 Do-not-Tipps: Anfängerfehler als Selbstständige

Es gibt Fehler, die macht man mehrfach und lernt jedes Mal ein bisschen mehr über sich selbst und die anderen. Es gibt Anfängerfehler als Selbstständige, die sollte man einmal machen und dann nie wieder. Viele betreffen die Öffentlichkeitsarbeit.

1. Ich mach alles selbst, das spart Geld
Es spart Geld in monetärer Form, ja. Allerdings geht viel Zeit dabei drauf, die eigenen Werbematerialien von Flyer über website bis Visitenkarte selbst zu entwickeln, gestalten und drucken zu lassen. Es sei denn, Sie  kennen sich mit diversem drumherum aus, inklusive dessen, was die Druckerei benötigt. Eine website muss zwar nicht gedruckt, aber konzipiert, konfiguriert, gestaltet, suchmaschinenoptimiert getextet werden. Vielen Werbemitteln sieht man an, wenn gestümpert wurde. Während Sie daran arbeiten, fällt anderes flach.  Pausen, Akquise, Öffentlichkeitsarbeit, Aufträge bearbeiten. Äh, hallo – Öffentlichkeitsarbeit, die bereite ich doch gerade vor…?!? Ja, und, was ist mit der, die täglich läuft? Oft sind solche vermeintlichen Geld-Spar-Aktionen das Gegenteil. Erst steckt man seine Arbeitszeit hinein, dann ist die Druckware nicht so, wie vorgestellt, oder die Website braucht länger, weil, puh, was man da alles bedenken muss. Ja. Bitte nicht am falschen Ende sparen.

2. Den Steuerberater sparen
Wieso, das ist doch schon im Punkt 1 enthalten?!? Ja, manche können sich den Steuerberater sparen. Der macht Ihnen allerdings nicht nur die Steuererklärung fertig und hilft bei der Buchhaltung. Der kann auch zu mehr Wirtschaftlichkeit raten. Findet man einen Passenden, verdient man oft mehr als vorher.

3. Den Wert guter Netzwerke  unterschätzen.
Solche, in denen geben und nehmen gepflegt wird, empfehlenswerte Kollegen empfohlen werden und kein Klüngel herrscht. Ich habe vor Jahren eins gefunden, das Gold wert ist – in mehrfacher Hinsicht. Das ist es aber nur, weil ich mich einbringe, zeige und uneigennützig gebe. Ich bekomme viel zurück. Manchmal Aufträge, aber vor allem viele Tipps und Tricks, für die ich sonst sehr wahrscheinlich Lehrgeld bezahlt hätte.

4. Social media nicht unterschätzen
Ach, diese ollen Katzenbilder und diese ganzen Gruppen… kostet viel zu viel Zeit und bringt zu wenig. Jein. Kommt auf das Konzept und die Strategie an. Über Twitter und Xing habe ich schon den einen oder anderen guten Auftraggebenden „an Land gezogen“. Und nur da, wo ich mich selbst wohlfühle und gerne poste, mich in fachlichen Gruppen tummle. Und ja, das funzt auch ohne sich eine eigene Gruppe ans Bein zu binden.

5. Eigene Website sparen
Das ist auch so eine Sache: Social media überschätzen und gleichzeitig damit Geld sparen wollen. Erstens weiß man nie, wann welcher social media Kanal eingestampft wird. Denke da an Google+ oder Vine. Zweitens haben nicht Sie dort das Kommando sondern der Betreiber und dieser bestimmt die Regeln. Darüber habe ich schon ausführlich gebloggt: Eigene Kommandozentrale ist wichtig.

6. Alle Angebote auf die Website packen
Sie können viele, unterschiedliche Angebote lancieren. Packen Sie jedoch alle auf Ihre website, verwirren Sie viele statt so Kunden anzuziehen. Bieten Sie sie Zielkunden an, die diese interessieren könnten. Dadurch sparen Sie Zeit, Nerven und kriegen mehr Aufträge, die Ihnen guttun. Und Sie verwirren niemanden auf Ihrer Kommandozentrale.

7. „Arbeits“-Treffen mit Hinz und Kunz
Hurra, es ruft jemand an und will sich mit Ihnen besprechen, winkt mit Kooperation oder Auftrag! Klar sagt man da zu und fährt zu einem Käffchen in die Stadt. Nein. Erst fragen, wer und worum geht es konkret und was nützt es wem (inklusive Ihnen). In 50 % der „Hurra-Anrufe“ geht die Luft raus, weil es eben nicht passt. Weil Anrufende sich vorher nicht die Mühe machten herauszufinden, ob Sie allein schon von der Ausrichtung her die oder der Passende für den Job wären. Eruieren Sie vor Treffen mit Unbekannten, ob „es“ sich lohnen könnte. So finden Sie heraus, ob es sich lohnt.

Autor:

Silke Bicker arbeitet als Referentin für Umweltkommunikation. Sie berät DienstleisterInnen zu Öffentlichkeitsarbeit und führt Workshops für Marketing-Laien so durch, dass die Teilnehmenden sich trauen später vieles selbst umzusetzen.