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Wasser in der Stadt erfrischt – immer!

Städte nutzen Wasser seit Beginn ihrer Erbauung. Als Element die Stadt zu befestigen und zu verteidigen, um Schlachtreste abzuführen, frisches Wasser zuzuführen, als Furt, zu bewässern, zu gerben oder auch um Mühlen anzutreiben. Mit Beginn der Industrialisierung wurden Flüsse zunehmend begradigt, kanalisiert oder verschüttet. Damit fing das heutige Drama „Starkregenereignisse bewältigen“ so richtig an. Denn Wasser sucht sich und findet seinen eigenen Weg. Es gibt positive Beispiele, wo Stadträte schlau waren und zum Beispiel auf Gartenarchitekten hörten. So ein Beispiel ist Paderborn: 

200 Karstquellen in der Altstadt

An vielen Orten wurden nach dem Zweiten Weltkrieg möglichst schnell viele Häuser zum Wohnen und Arbeiten wieder aufgebaut. Natur spielte in der Stadt eine untergeordnete Rolle. Das galt in Paderborn nicht. Die ostwestfälische Stadt steht auf Kalkstein und besitzt alleine in der Altstadt rund 200 Karstquellen. Seit dem Mittelalter wird um und sogar über den Quelltöpfen gebaut. Wasser im Keller ist normalerweise das Schreckgespenst für Architekten und Bauherren. In Paderborn ist dieser Zustand in etlichen Gebäuden normal. So befindet sich unterhalb des Doms nicht nur dieser große Quelltopf:

An diesen gliedert sich ein Platz mit der heutigen Stadtbibliothek samt „Keller-Quelle“ und der Aufgang zum Dom. Diese Treppe führt an der Kaiserpfalz vorbei, die ebenfalls über einer Quelle gebaut wurde. Man fand den Standort damals offenbar als gut geeignet und scherte sich nicht um das Wasser. Alle diese Quellen fließen noch. Auch heute werden Neubauten über manche Quelltöpfe gebaut, wie zum Beispiel die Stadthalle. Und auch diese Quelle ist nicht versiegt. Sie liefert täglich Nachschub.

Das blaue Gold in der Stadt

Rund 9000 Liter frisches Quellwasser fließen pro Minute durch die Altstadt. Wer durch die Stadt spaziert, entdeckt dadurch viele grüne Plätze zum Verweilen. Alle Zuflüsse fließen in die Pader. Am Zusammenfluss blieb die Aue erhalten und verbindet den Stadtteil „Schloss Neuhaus“ mit der Stadtmitte. Ergänzt durch Wiesen entlang der Pader dient die Aue sowohl als Naherholungsgebiet als auch als Überflutungsfläche bei Hochwasser und Starkregenereignissen. Am Rand verläuft auf ganzer Strecke ein Weg für Radler und Fußgänger, der gerne beansprucht wird!

Gartendenkmal & Wasserrahmenrichtlinie

Die Stadtentwickler arbeiten in Paderborn sowohl mit dem Denkmalpfleger als auch mit der Naturschutzbehörde eng zusammen. So etwas klappt nur über einen engen Austausch. In Paderborn gelten viele Flächen als Gartendenkmal. Das fängt bei dem großen Park unterhalb des Doms samt der Altstadt an, der bereits 1946 entwickelt wurde. Der Stadtrat hörte damals auf einen weitsichtigen Gartenarchitekten. Das Ergebnis lädt heute noch zur Erholung ein und bietet sowohl Sichtachsen als auch Wasserspiele. Dazu kommt eine heutige grüne Wiese zwischen mehreren Quellbächen. Dort stand früher eine Gärtnerei. Sie wurde unter anderem aufgegeben, weil neue Quellen an die Oberfläche traten.

Heute gilt es viele Gesetze und Richtlinien zu beachten. Das betrifft – mitten in der Stadt – alle Bereiche rund um Wasser- und Pflanzenökologie, Naturschutz, Wasserrahmenrichtlinie, Denkmalschutz, Hochwasserrisikomanagement und mehr. Scheint in Paderborn zu funktionieren!

P.S.: Den Quelltopf unter der Kaiserpfalz kann man besichtigen – es lohnt sich! 

Autor:

Als Kommunikationsberaterin unterstütze ich Dienstleister bei ihrer individuellen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Beratungsfelder sind Positionierung, PR-Konzept, Pressearbeit, social media, Strategie und Systematisierung. Als Dipl.-Ing. und Fachjournalistin mit NaturSicht. schreibe ich für meine Auftraggeber so, dass Laien kausale Zusammenhänge rund um stadtgrün, Boden, Gewässer und Pflanzenökologie begreifen.