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Kannse nicht schnell was anne Wand werfen…?

Kindertheaterfestival 177Wann zückt man warum die gelbe oder rote Karte? Das entscheidet natürlich jeder für sich selbst. Es hilft zu unterscheiden, ob jemand in der Regel eine Win-Win-Situation bietet oder nur Ihre Zeit stiehlt.

Meist wissen wir es, wann etwas einfach zu viel des Guten ist: ob jemand ständig kostenlose Tipps oder gar eine Leistung abstaubt. Ich habe mich an einer Typologie mit 5 Nachtigallen versucht, die ich bereits des Öfteren trapsen hörte:

Der Harmloswirkende-Wiederholungs-Frager

„Sag mal, Du kennst Dich doch mit Twitter und so aus, wie geht das denn mit diesen Listen …“ Meist fängt es mit einer kurz zu beantwortenden Frage an und geht dann weiter, denn mit der kleinen Antwort ist es meist nicht getan. Meist stellt er Fragen, die sich leicht über Tante Google recherchieren lassen, ist aber zu faul oder – noch schlimmer – hält Sie für doof genug eine ausführliche Antwort zu geben. So landet der Arbeitsaufwand bei Ihnen und der Harmloswirkende-Wiederholungs-Frager hat, was er will. Besonders schlimm sind die, die Sie selbst weder mögen noch schätzen noch weiterempfehlen sondern einfach nur Ihre Zeit stehlen. Das machen sie so elegant, dass man es meist erst hinterher merkt.

  • Wenn Sie diesen Typen kennen, ruhig weiter atmen und kurz nachdenken: Warum ärgern Sie sich normalerweise nach Gesprächen mit ihm?

„Du, das kann Dir Tante Google besser erläutern.“ Oder „Meine kostenlosen Tipps gibts wöchentlich in meinem Blog, bei Facebook und Twitter. Ansonsten verdiene ich mit meinem Wissen, Können und meiner Erfahrung meinen Lebensunterhalt.“

Der sich Über-den-grünen-Klee-Lobende

„Ich find das total toll, wie Du das machst – Natur ist soooo wichtig und die ökosystemaren Symbiosen in die Welt zu tragen erst Recht. Hör mal, lass uns mal kurz treffen, ich hab da so ein Problem und komme alleine nicht weiter…“. Ich habe bereits viele solcher Anfragen erlebt und frage mittlerweile konkret nach, was genau denn das Problem sei und warum er/sie sich konkret mit mir treffen will. Zu 99 Prozent will der „Über-den-grünen-Klee-Lobende“ nämlich nur eins: das sein Problem kostenlos und mal eben schnell von mir gelöst wird. Zumindest ansatzweise.

  • Stiehlt Zeit und kostet Nerven, im Zweifelsfall auch Ärger über sich selbst oder gar mit ihm. Wenn man erst beim Käffchen merkt, was gespielt wird und sich dabei auch noch Ärger einfängt.

Gegenantwort könnte sein: „Du, erläuter mir Dein Problem in zwei Sätzen und ich sag Dir, ob ich Dich unterstützen kann. Pro Stunde/Minute/… kostet mein Einsatz X Euro.

Der Tauscher

Die Tauscher sind zumeist weiblich und wünschen sich Unterstützung, können oder wollen lieber nicht komplett in Euronen bezahlen sondern wollen tauschen. Der Typ begegnet mir seit zwei Jahren des Öfteren, meist sind es „Hobby-Dienstleisterinnen“, die sich mit dem Tauschgeschäft wohler fühlen. Und die die Krise kriegen, wenn der Auftragnehmer eben nur Leistung gegen Geld tauscht. Da gibt es verschiedene Wege und auch Tauscher:

  • Tauscher A bittet um ein Gespräch, weil er gerne buchen möchte und noch einige Fragen zum Procedere und zu den Kosten vorab hat. Man einigt sich, vereinbart den ersten Beratungstermin. Tauscher A versucht in der ersten Beratung, die er freiwillig buchte, selbst zu beraten und lockt Sie so in eine Falle.
    Gelingt Tausch A der Coup, stehen Sie blöd da und einem Tausch steht nichts mehr im Weg. Tauscher A freut sich, in Ihnen grummelt es.

Bemerken Sie die Falle rechtzeitig, nehmen Sie die Zügel sofort straff auf und lenken das Gespräch in die richtige Richtung: Schließlich wurden Sie gebucht und wollen mit der Arbeit beginnen.

  • Tauscher B hat ein Problem mit Geld im Allgemeinen und fühlt sich wohler, wenn er seine Leistung gegen Ihre tauscht. Da muss man gucken, wie man damit umgeht. Falls es eine Leistung ist, die Sie interessiert und eventuell sogar beruflich auch weiterbringt? Oder, wie es Ihnen allgemein mit Tauschgeschäften auf beruflicher Ebene ergeht, gegen Leistungen für die Sie von anderen Kunden gutes Geld nehmen.
  • Tauscher C hat ein Problem, weil er Ihre Dienstleistung dringend benötigt, aber leider nicht über genügend Geld Sie dafür zu bezahlen verfügt. Wenn Tauscher C sein monetäres Problem direkt im Vorhinein anspricht und eine Gegenleistung anbietet, die für Sie eine annehmbare Option ist – warum nicht? Ansonsten gibt es noch die gute alte Ratenzahlung und auf die Raten kann man sich gemeinsam einigen.

Generell bin ich für Tauschgeschäfte nicht zu haben, denn sie bezahlen mir weder den Lebensunterhalt noch meine Rechnungen.

Konsequenzen müssen tragbar sein und das waren sie oft nicht. Gegenleistung müssen im Gegenwert stehen und da hapert es oft:

  • Abhängend von den eigenen, ausgesprochenen Erwartungen ebenso  wie von denen des Tauschers;
  • Abhängend vom Zeitaufwand: z. B. hat eine PR-Beratung zu Xing einen deutlich niedrigeren Zeitaufwand als das Designen eines Flyers von Grund auf.
  • Abhängend vom Gegenwert: wenn mein Stundensatz deutlich höher oder niedriger liegt als der des anderen.

 

Der Fordernde

„Wir haben nächstes Wochenende einen Malstand für Kinder mit Erdfarben. Sie geben doch Fortbildungen dazu, senden Sie uns doch bitte kostenlos ein archäologisch einwandfrei zu nutzendes Rezept rüber.“ Oder: „Ich möchte Sie beauftragen, aber vorher müssen Sie meine Kontaktanfrage bei Xing freischalten.“ Oder: „Ich brauche ein paar Tipps zur Erstellung von Facebookseiten – kannse nicht mal so ein paar Folien hier im Unternehmernetzwerk an die Wand schmeißen und nen paar Minuten bisschen was dazu sagen?“ Oder: „Ein Workshop dazu wäre fein, mach doch mal – Termin, Ort und Inhalt festlegen und wir melden uns dann an…“

  • Der Fordernde fordert ohne in Gegenleistung zu treten und erwartet, dass sich das Gegenüber Gedanken macht und in Vorleistung geht. Der Haken: Es fließt kein Honorar – weder Moneten noch Respekt. Der/Die Dumme sind Sie, wenn Sie sich darauf einlassen. Einen kostenlosen Vortrag zu halten, wenn Sie ihn nicht eh schon vorbereitet haben und aus dem Ärmel schütteln können, bringt nix. Das ist weder Werbung noch gute PR für Sie noch lohnt es sich.

Ein selbstbewusst ausgesprochenes Nein genügt. Oder eine gelöschte Kontaktanfrage samt Mail ohne Antwort – und danach zum Tagesgeschäft übergehen. Bloß nicht grübeln oder sich ärgern, lohnt nicht. Und lassen Sie sich nicht auf sofortige Zusagen ein. So eilig ist nichts, das kostenlos mal eben schnell von Ihnen erledigt werden soll! Nie!
Bevor Sie eine fordernde Anfrage akzeptieren, lohnt es sich, sie zu analysieren: nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Und oft können Sie solche Forderungen abhaken – ab ins Nirwana des Internets oder eine klare, höfliche Absage erteilen. Unkommentiert, denn rechtfertigen müssen Sie sich nicht. Sie sind doch nicht blöd.

Es braucht immer zwei zu diesen Spielen:

Jemand, der fragt und jemand, der sich darauf einlässt oder eben nicht. Im Prinzip dreht es sich meist um die Faulheit des Fragenden und um das Ausnutzen des anderen.

Autor:

Ich berate Dienstleister zu ihrer individuellen Unternehmenskommunikation und unterstütze sie dabei, das frisch Konzipierte und mit mir Erarbeitete selbst anwenden zu können. Denn gerade Dienstleister punkten mit ihrer persönlichen Art und Weise ihre Geschäfte anzugehen.