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Interview mit Karin Steinke-Klingenburg, Altstädter Bücherstuben

Karin Steinke-Klingenburg übernahm die Altstädter Bücherstuben in Osnabrück. Die Buchhandlung liegt am Rand der Altstadt, dort, wo zwar viele vorbei laufen und radeln, aber nur wenige anhalten. Sie war immer schon besonders. Das Altehrwürdige ist verschwunden, es fegt ein neuer Besen. Die dunklen, alten Regale, die ganze Einrichtung ist geblieben, aber es weht ein anderer Wind. „Nichts bleibt, wie es ist, und alles ist von Dauer“, so schrieb einst Lise Gast. Und dieser Titel passt, finde ich: 

Wie sind Sie auf die Idee gekommen die Altstädter Bücherstube zu übernehmen?
Es war immer ein Traum von mir eine Buchhandlung zu übernehmen. 2010 fanden die Verhandlungen statt und seit dem 01.01.2011 übernahm ich sie offiziell. Nach der Unterzeichnung des Vertrags habe ich schon geschluckt. So etwas ist immer mit Risiken verbunden und mit Verantwortung. Verantwortung für die Kunden, damit sie weiterhin hier Bücher kaufen können, für den Laden und für meine Mitarbeiter. Ich habe einen ganztägig, fest angestellten Mitarbeiter, eine Auszubildende und zwei Aushilfen.

Haben Sie jemals gedacht: „Ich schaffe es nicht, das kann ich nicht stemmen?“
Nein, nie. Ich stehe voll hinter dem geschriebenen Buch. Das schöne Buch – also das gebundene, teurere – als solches hat Bestand. Es hat Wandel gegeben und ich glaube, dass das Taschenbuch diesen Wandel dauerhaft nicht überleben wird. Aber das Buch an sich wird es immer geben.

Welche Bedeutung hat die Öffentlichkeitsarbeit seit der Übernahme in Ihrem Berufsleben?
Muss auch gemacht und bezahlt werden. Dieses Jahr mache ich mehr als bisher, vor allem Veranstaltungen! Dazu gehören die typischen Büchertische, Lesungen, Konzerte mit Bilderbuchgeschichten und eine spezielle Aktion zum Welttag des Buches. Genau genommen mache ich viel Marketing, wobei die kleineren Veranstaltungen grundsätzlich bei mir zuhause, also im Geschäft, stattfinden. Zum Welttag des Buches lade ich Schulklassen ein, dieses Jahr gab es noch dazu einen Malwettbewerb. Dafür brauche ich keine Stühle und nichts umstellen: die Kinder sitzen auf dem Boden und haben ihr Vergnügen. Das klappt sehr gut!
Bei den Mitmachkonzerten der Bilderbuchgeschichten kommen Kindergartenkinder, es wird ein Bilderbuch vorgelesen, gezeigt und zwei Musiker spielen dazu auf klassischen Instrumenten. Das Ganze passiert während der normalen Öffnungszeiten. Es ist auch eine Win-Win-Win-Situation: Für die Kinder und Erzieher, für mich und für den Verlag, der darüber mehr Bücher verkauft.
Und bei der Osnabrücker Kulturnacht habe ich auch geöffnet – wie alle anderen bis Mitternacht. Das ist immer ein langer Tag, aber ein schöner. Denn das Publikum ist toll und mit ihm auch die Atmosphäre! Ich merke beim Erzählen, dass ich schon ganz schön viel PR mache.

Kreativität steigert sich, je kreativer man ist. Ist das auch Ihre Erfahrung?
Ja, dann bin ich gut drauf und habe irgendwie mehr Power. Im Weihnachtsgeschäft zünde ich immer eine Kerze an, Thementische entwickeln und zusammenstellen, Schaufenster dekorieren und Kleinigkeiten im Geschäft für die Kunden verändern. Wenn ich Feedback erhalte, steigt die Kreativität enorm.

Was können Sie den Lesern mitteilen, wenn es um mutig sein und das Ausleben der eigenen Ideen geht?
Mutig ist es bereits einen Laden zu übernehmen: Bücher in Vorkasse kaufen, die teuer sind. Ich biete das „besondere Buch“ und das kostet vorab natürlich. 2016 habe ich mehr Veranstaltungen gegeben und zwei Leute eingeladen, die richtig, richtig teuer sind. Ich hoffe, das zahlt sich aus. Junge Leute und Künstler sollen sich präsentieren können, aber auch Musiker wollen selbstverständlich bezahlt werden.
Wenn man einen Traum hat, den man unbedingt leben will, das Wissen und Handwerkszeug zum Ausleben vorhanden ist – und die Kinder aus dem Haus sind – wann den Traum leben, wenn nicht jetzt?

Hier finden Sie die Website der Altstädter Bücherstuben.

Autor:

Ich berate Dienstleister zu ihrer individuellen Unternehmenskommunikation und unterstütze sie dabei, das frisch Konzipierte und mit mir Erarbeitete selbst anwenden zu können. Denn gerade Dienstleister punkten mit ihrer persönlichen Art und Weise ihre Geschäfte anzugehen.