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Das ist doch kalter Kaffee…!!!

TurmNö, damit brauchen wir gar nicht erst anzufangen, das habe ich schon lange geklärt: Ich will, dass Du mir eine Seite bei socialmedia XX er- und schon mal die ersten Inhalte einstellst. Um den Rest kümmer ich mich schon. Vielleicht könntest Du so ab und zu, wenn ich keine Zeit habe, noch mehr Inhalte…

So ähnlich lautete der Auftrag einer langjährigen Kooperationspartnerin vor einiger Zeit. Meine Fragen wurden präzise und kurz beantwortet. Da sie sonst ganz klar weiß, was sie warum will und was für welche ihrer eigenen Zielgruppen sinnvoll ist, was sie von ihrer Seite erwartet, haben wir diese Punkte schnell geklärt. Die Erwartungsabfrage wischte sie mit einem Satz ab: „Du machst das schon richtig, das weiß ich.“ Damit kamen die ersten Bauchschmerzen. Im Überblick:

Die Haken einer solchen Vorgehensweise

  • Wer W-Fragen kurz abtut, hat sich oft nicht richtig mit den Antworten beschäftigt. Diese sind essentiell für die Auftragsklärung. Zum Beispiel, um zu klären, ob eine Seite genau bei diesem Netzwerk überhaupt zielführend ist.
  • Wer nicht klar weiß, worüber er bei diesem Online-Netzwerk überhaupt informieren möchte und nicht analysiert, welches Netzwerk das richtige ist, wirft Geld zum Fenster raus.
  • Wer seine Erwartungen nicht klar äußert sondern mit „Du machst das schon richtig, das weiß ich.“ ankommt, gibt eine Carte blanche ab. Er kann sich hinterher nicht beschweren, genau das erhalten zu haben, was schriftlich feststand.
  • Die Enttäuschungen sind vorprogrammiert. Wer sich doch etwas anderes erwartet und den Auftragnehmer nach wiederholten Fragen mit „Du machst das schon richtig“ abspeist: Was für den Auftragnehmer ganz normal ist, wird vielleicht vom Auftraggeber ganz anders wahrgenommen.

Kommunikation ist keine Einbahnstraße

Wer mir mitteilt, ganz konkret nur Unterstützung für eine konkrete Aufgabe zu benötigen, der erhält bei mir genau das.

Niemand – weder Sie noch ich – kann anderen Menschen in den Kopf gucken und die verborgenen Erwartungen herausziehen. Wenn Sie nach Ihren Erwartungen gefragt werden und diese nicht nennen, wundern Sie sich nicht in irgendeiner Weise enttäuscht werden. Wenn Sie gut Grenzen setzen können und dies auch dann tun, wenn sie sich von notwendigen W-Fragen genervt fühlen:
Seien Sie lieb, kommunizieren Sie Ihre Erwartungen. Das erspart Ihnen Ärger und Enttäuschungen und Sie setzen Ihr Geld hinterher sinnvoll ein.

Das ist doch kalter Kaffee…?

Das Interview des damals glücklosen Journalisten Friedrich Nowottny mit Willy Brandt verdeutlicht, warum W-Fragen sinnvoller gewesen wären:

W-Fragen können nicht einsilbig beantwortet werden. Sie sind offen für das, was für eine Auftragsklärung und eine gute Konzeption nötig ist.