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Tomaten, Menschen & das Hohelied der Liebe

Tulpen in Vase_Silke Bicker (3)Die Tomate ist ein Nachtschattengewächs genau wie die Kartoffel und kommt aus Südamerika. Das vor Urzeiten, als es Gondwana noch gab, mit dem heutigen Afrika verbandelt war. Genauso, wie der heute elegante dahin geschwungene Subkontinent Europa. Der mit Asien zusammenhängt, so dass man bis nach China wandern könnte. Etwas, was genau genommen, sehr viele Menschen bereits taten. Okay, vielleicht nicht die gesamte Strecke von Andalusien an den Pazifischen Ozean, aber schon über die Seidenstraße, Steppen und Wüsten gelangend von Ost nach West, Süd nach Nord und umgekehrt. Ebenso auch kreuz und quer, reitend, erobernd, fahrend und seit einigen Jahrzehnten fliegen nicht nur Vögel sondern auch Menschen. Und einige werden woanders als in der Heimat sesshaft, zumindest, wenn man sie lässt.

Alles Exotische ist fremd?

Müsste auch für Kornnatter, Halsbandsittich, Berberitze, Stabheuschrecke oder Japanischen Knöterich gelten. Tut´s nicht und viele Ausgesetzte überleben gut in unseren Breiten. Mancherorts sind die Sittiche beliebter als Dohlen, obwohl sie noch lauter sind und genauso viel Schiete auf Autos und Co. klecksen.
Lese ich heutzutage die Zeitung, denke ich, wir sind freundlicher zu Tieren und Pflanzen als zu Menschen, die hierhin fliehen, um irgendwo nicht nur überleben zu können. Sondern weil sie, genau wie wir, leben wollen. Hier schicken wir unsere Kinder in den Ferien in Wildniscamps, damit sie Survial lernen. Die meisten Flüchtlinge fliehen nicht, weil sie wollen sondern weil sie müssen. Und oft fühlen sich erst die späteren Generationen wohl im neuen Heimatland, heimisch in Sprachen und Gebräuchen.
Wir Deutschen haben es in den letzten 70 Jahren sehr gut gehabt: Statt Krieg jahrzehntelanger Wohlstand. Die Alten unserer Gesellschaft können noch berichten aus den Zeiten in denen sie selbst fliehen mussten und froh waren, endlich irgendwo angekommen zu sein. Gut zu lesen ist das letzte Buch von Lise Gast: „Nichts bleibt, mein Herz, und alles ist von Dauer„. Die wunderbare Kinderbuchautorin flüchtete 1945 selbst als alleinerziehende Mutter mit acht Kindern von Schlesien bis nach Württemberg.

Herkünfte

Die Tomate kommt aus Amerika.
Das Hohelied der Liebe verfasste Paulus von Tarsus (1. Korinther 13,1-13).
Die Tulpe stammt aus Nordafrika.
Die Nachbarin hat italienische Wurzeln.
Viele Pferderassen wurden durch das Arabische Vollblut veredelt.
Die Falafeln auf dem Wochenmarkt bereitet ein Syrer zu.
Würde man die Gene der Menschen entlang der großen Handelsflüsse zwischen Haithabu und Istanbul untersuchen, könnte sich herausstellen, das einige von ihnen Wikinger unter ihren Ahnen haben.
Die Oliven kommen vom Mittelmeer.
Bevor die Hauskatzen aus Ägypten hier heimisch wurden, freuten sich Hausbesitzer über Schlangen, die Mäuse und Ratten vertilgten.
Die Klezmer-Musik brachten die Juden mit.
Die gotischen Kathedralen fanden ihren Ursprung in arabischen Zisternen.
Die Nudel brachte Marco Polo aus Asien mit nach Europa.
Den Weinanbau brachten die Römer nach Deutschland.
Ein freundliches, friesisches „Moinmoin“ wird in Franken zutiefst missverstanden, da gilt „Grüß Gott“.
Die deutsche Kultur ist eine historisch gewachsene Mischung aus eigenen und fremden Einflüssen.
Ein jeder trägt sein Scherflein dazu bei, ob Kulturen nebeneinander existieren oder
ob sie sich vermischen und etwas Neues zusammen mit dem Alten entstehen kann.

Dieser Beitrag nimmt teil an der Aktion „Blogger gegen Flüchtlingshass„.

Autor:

Ich berate Dienstleister zu ihrer individuellen Unternehmenskommunikation und unterstütze sie dabei, das frisch Konzipierte und mit mir Erarbeitete selbst anwenden zu können. Denn gerade Dienstleister punkten mit ihrer persönlichen Art und Weise ihre Geschäfte anzugehen.