Erdhaftig – Silke Bicker | Kommunikation: Naturwissen & PR

Redundanzen vermeiden bei Ausstellungsmedien

Siena Lehm 005Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Schreibtipps geben würde! Bisher fand ich das selbst schreiben und konzipieren deutlich einfacher als Menschen zu erklären, wie es geht und auf was man so achten sollte. Seitdem ich allerdings den Workshop „Ah – Naturtexte für Laien schreiben“ durchführe, geht mir auch das flott von der Hand. Übung macht den Meister 😀

Eigentlich ist das Schreiben für Ausstellungsmedien gar nicht so schwer. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie

  1. allgemeinverständlich denken,
  2. eine gute Schreibe haben und
  3. sich in Laien unterschiedlichen Alters hineinversetzen können.
  4. Und dass Sie das Handwerkszeug zum Schreiben speziell für Ausstellungsmedien beherrschen.

Tipp I – Redundanzen vermeiden

Im Klartext bedeutet das auf überflüssige Informationen zu verzichten. Das können Wortwiederholungen sein aber auch für die Leser tatsächlich auf dieser Informationstafel überflüssige Hinweise. Der Vorteil liegt unter anderem darin, dass die Texte durch das Weglassen von Redundanzen automatisch kürzer werden. Und somit entweder mehr Informationen hineinpassen oder Sie die nötige Kürze für die Tafel oder den Audiotext erhalten.

Ich nehme mal mein Beispiel von vorgestern aus dem Beitrag „Fluviatile Sedimente – alles klar?„:

➡ Ursprünglich in 5 Minuten lose hingetippt:
Sedimentflüsse im Tiefland
Sedimente sind Ablagerungen vergangener Zeiten, wie Sand, Ton, Lehm oder auch Kieseln. In Nordwestdeutschland bestehen Flussbetten oft aus weichen Sedimenten mit kleineren Steinen. Manche sagen auch Schlamm dazu.

💡 2 weitere Möglichkeiten zu informieren:

Sedimentflüsse…
… ist ein Widerspruch, denn jeder Fluss führt Ablagerungen – Sedimente – mit sich: Sand, Ton, Lehm, Steine. In Norddeutschland bestehen Flussbetten oft aus weichen Sedimenten mit feinerem Geröll, umgangssprachlich unter Schlamm bekannt.

Flüsse im norddeutschen Tiefland
Sie führen im Flussbett oft feine Ablagerungen von Sand, Ton, Lehm und kleineren Kieseln mit sich. Mancherorts finden sich Steine aus der letzten Eiszeit. Diese Ablagerungen sind auch als Sedimente bekannt.

 Es kommt darauf an,

  • was Sie genau wem mitteilen wollen.
  • wie viel Platz Sie auf der Tafel zur Verfügung haben.
  • wie diese Tafel eingeteilt ist: Bilder und welche Größe, Texte und welche Längen, Zusatzinformationen für Kinder mit Bild und Text auf jeder Tafel, wo diese Informationen platziert sind, usw.

Das heißt im Klartext:

Erst kommt die Konzeption der Ausstellung – egal ob Erlebnispfad draußen oder aufwändig mit Exponaten drinnen. Zweitens folgt die Konzeption der Informationsmedien inklusive der Überlegungen welche Medien Sie nutzen wollen und finanziell können. Darauf basierend folgt erst die Einteilung von Bild und Text für die Ausstellungsmedien.

Dieser Beitrag nimmt an der Mitmachaktion von Gitte Härter teil, wobei die Idee zur Artikelserie beim Schreiben zu den „Fluviatilen Sedimenten“ entstand 😉

Silke Bicker

Autor: Silke Bicker

Ich schreibe und lehre für Organisationen, die mit unterschiedlichen Medien Wissen über Natur kommunizieren. Darüber hinaus berate ich Dienstleister zu ihrem individuellen PR-Konzept und unterstütze sie dabei, dieses selbst gut umsetzen zu können.

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