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Interview mit Gitte Härter, Schreibcoach + Zeichnerin

Bei Gitte habe ich zuerst, seit ca. 2010, in ihren Blogs mitgelesen und kommentiert, dann Workshops mitgemacht und das gegenseitige Netzwerken läuft seitdem parallel. Als Schreibcoach und Workshopleiterin kann ich sie sehr empfehlen, es ist immer eine arbeitsintensive Zeit:

Du bist Schreib- und Buchcoach, wann hat sich Deine Gabe anderen beim Schreiben auf die Sprünge zu helfen, heraus kristallisiert?
gittehaerterquerIch habe immer schon alles Mögliche geschrieben, und schon in meiner Angestelltenzeit vom Chef bis zu den Kollegen bei allen Schreibarten „draufgeholfen“.
Dann war ich fast zehn Jahre als klassischer Business-Coach tätig und hatte immer mehr Selbstständige als Kunden, die sich mit ihrem Unternehmensauftritt schwer getan haben. So kroch das Schreiben und Schreibcoaching mehr und mehr zurück in meinen Arbeitsalltag.
Schließlich habe ich gemerkt, dass in meiner gesamten Leistungspalette das Schreiben das ist, was mich am wenigsten Mühe kostet. Weil ich ein Fan davon bin, mir das Leben nicht unnötig schwer zu machen, habe ich mich schließlich ganz auf das Schreiben spezialisiert. Und weil ich zu dieser Zeit schon fast zwei Dutzend Ratgeber veröffentlicht hatte, ist eines meiner Standbeine das Buchcoaching.

Welche Bedeutung hat das Schreiben in Deinem eigenen Leben?
Diese Frage ist gar nicht so leicht. Also einmal hat es natürlich die Bedeutung, dass ich das Schreiben buchstäblich mein ganzes Leben als Werkzeug nutze, und dass mir dieses Ausdrucksmittel einfach liegt.
Zum anderen hat es natürlich eine große Bedeutung in meinem Leben, weil ich damit mein Geld verdiene. Was, wie gesagt, besonders signifikant ist, weil mir das Strukturieren + Konzipieren, das Schreiben selbst sowie das Anleiten + Feintuning extrem leicht fallen.

Ich bin aber keine private Schreiberin. Tagebuchschreiben zum Beispiel war noch nie was für mich, ich schreibe auch keine Briefe oder gar Gedichte o. Ä.

Interessant für mich: Ich dachte immer, das Schreiben ist es. Aber seit ich mit dem Zeichnen begonnen habe, merke ich mehr und mehr, dass das Zeichnen es ist. Beide ergänzt sich nicht nur, sondern hat auch unterliegend viele Gemeinsamkeiten. Ich sehe das als spannende Weiterentwicklung und denke, dass bei mir das Zeichnen irgendwann das Schreiben weitgehend ersetzen wird. Mal sehen!

Hast Du jemals gedacht: „das kann ich nicht, für so etwas bezahlt bestimmt niemand etwas“?
Nein. Ich kann meine Arbeit sehr gut einschätzen und weiß, dass ich gut bin. Sogar bei meinem nächsten Ziel – mit Unsinn Geld zu verdienen – habe ich mich selbst als stabilen Maßstab: Wenn ich es gut oder witzig finde, passt das.
Das darf man nicht damit verwechseln, dass immer alles kompatibel ist: Auch wenn man noch so gut ist, heißt das nicht, dass das, was man macht, auch das ist, was jeder Kunde braucht. Oder dass die eigene Arbeitsweise und persönliche Art zusammenpassen.

Dazu kommt: Geschmäcker sind verschieden.
Es gibt immer jemanden, der sehr gerne Geld für etwas ausgibt, das ihm einen Mehrwert bringt – je nach Kontext kann dieser Mehrwert ein spezifisches Business-Resultat sein oder einfach gute Unterhaltung.

Kreativität steigert sich, je kreativer man tätig ist. Ist das auch Deine Erfahrung?
Definitiv. Allerdings muss man hier auch die verschiedenen Arten von Kreativität unterscheiden, denn Kreatives ist ja nicht nur Kunst, sondern es gibt auch die ganz praktische Kreativität (Was für mich Kreativität ist.)

Leute, die zum Beispiel gut darin sind, verfahrene Situationen zu lösen, werden besser darin, je öfter sie das machen. Denn dann können sie auf frühere Erfahrungswerte zurückgreifen, etwas Ausprobiertes auswerten, neu kombinieren und auf andere Situationen abstrahieren. Außerdem trauen sie sich mehr zu.
Im klassisch-kreativen Bereich ist das meiner persönlichen Erfahrung nach ganz genauso, hier finde ich aber gerade das Ausprobieren extrem wichtig. Bei mir ist es so, dass ich merke, dass ich zwar schon sehr offen/kreativ bin, sprich eine breite Palette habe und so gut wie keine Hemmungen 🙂 aber ich denke innerhalb dieser breiten Palette trotzdem so, wie ich immer denke.

Je mehr ich aus dieser gewohnten Kreativität ausbreche, desto mehr verknüpft und vervielfältigt sich. Das sind oft ganz kleine Erkenntnisse, die dann einen neuen Damm brechen lassen. Klingt ein bisschen abstrakt jetzt. Aber auf jeden Fall:

Ja, wenn man gewohnte Muster aufbricht und sich immer mal wieder neu ausprobiert, auch wenn das nur kleine Veränderungen sind – und wenn man sich immer wieder neu herausfordert, dann wird man auf vielfältige Weise kreativer.

Persönlich ist für mich aber dieses „Auswerten“ wichtig. Denn nur viel zu machen oder ständig reihenweise irgendwie anders zu machen, heißt alleine noch gar nichts. Es gibt total viele Leute, die stolz darauf sind, viele Ideen zu haben. Aber wenn weder ich, noch jemand anderer jemals etwas mit diesen Ideen mache, dann ist es nicht besonders viel wert, Tausende von Zetteln mit Ideen rumschwirren zu haben.

Was kannst Du den Lesern mitteilen, wenn es um mutig sein und das Ausleben der eigenen Ideen geht?
Sei dir treu und sei dein eigener Maßstab.“ – Wobei mir bewusst ist, dass das so nicht bei jedem funktioniert. Das sehe ich in meinen Workshops immer wieder mal, dass Leute sich so gar nicht einschätzen können und oft derart überzogen-streng mit sich sind, dass sie dauernd Schwachpunkte und Fehler finden (wo gar keine sind!).

Darum greift es zu kurz zu sagen: „Wenn du es gut findest, ist schon mal alles erst mal paletti“, denn da muss man ja erst mal hinkommen.

Ich habe vor einem Jahr mit dem Zeichnen angefangen und habe ein paar Videos gemacht, wie ich so rangehe: ganz unperfekt, kindlich, aber mit viel Spaß. Das Beste gerade daran ist, dass ich von vielen meiner BlogleserInnen gehört habe: „Ich trau mich jetzt auch!“ Und dann gehen die los, kritzeln befreit vor sich hin und veröffentlichen es in ihren Blogs. Nur, weil sie bei mir sehen, dass ich auch kein begnadeter Illustrator bin und gerade dieses Unperfekte, das den eigenen Stil zeigt, besonders charmant ist.

Darum ist der bessere Tipp wohl:
„Bloß keine Hemmungen!
Probier dich aus! Scheißegal, was du machst + wie gut. Machs einfach.“

Nur wenn man anfängt, kann auch was ins Rollen kommen.

Hier finden Sie das Angebot und die Kontaktdaten von Gitte Härter, Schreib- und Buchcoach.

Autor:

Ich berate Dienstleister zu ihrer individuellen Unternehmenskommunikation und unterstütze sie dabei, das frisch Konzipierte und mit mir Erarbeitete selbst anwenden zu können. Denn gerade Dienstleister punkten mit ihrer persönlichen Art und Weise ihre Geschäfte anzugehen.