Erdhaftig – Silke Bicker | Kommunikation: Naturwissen & PR

Bodenbewusstsein IV: Teilnehmer aktivieren

Boden buntIm dritten Teil habe ich Ihnen Näheres zu Workshops, eigener Sprache, wie man sie moderiert und mit den Teilnehmern umgeht, mitgeteilt. Dieses Mal geht es um Freiland-Workshops und die Mithilfe freiwilliger Helfer. Sie arbeiten gegen Senfsaat als Leckerli mit:

Regenwürmer aktivieren Teilnehmer

Bei ganz trockenen Böden können Sie sich nicht immer auf sie verlassen, ansonsten zeigen sich Regenwürmer kooperativ 😀

Ich setze hier im Artikel einfach mal als  Zielgruppe „Landwirte als Gästeführer“ an. Jeder von ihnen kennt Regenwürmer und weiß warum sie wichtig und nützlich sind. Das geht manch einem Teilnehmer bei einer Gästeführung anders, nicht nur Städtern. Ich bin öfter in Bayern tätig und komme mit Ferienhofinhabern oder aktiven Landwirten mit einer Zusatzqualifikation als Gartenbauer in Kontakt. Sie haben viel zu erledigen am Tag und wenig Zeit. Sicherlich planen sie Zeit für ihre Führungen und andere Aktionen ein, dennoch suchen sie nach möglichst wenig zeitintensiven Vorbereitungsmöglichkeiten. Fast jeder von ihnen hat Senfsaat zuhause oder weiß, wo er sie schnell her bekommt. Dies ist das Leckerli für Regenwürmer und diese kleinen Helfer sind gute Anknüpfer:

  • zum Erklären von Zusammenhängen,
  • zum Begreifen im Sinne von Kopf, Herz und Hand,
  • sinnlich, weil jeder sie anfassen und in die Hand nehmen kann,
  • erkennend, dass Regenwürmer nicht eklig sind.

Bringen Sie bei Landwirten Regenwürmer mit in´s Spiel, können Sie sich auf Frotzeleien gefasst machen, generieren die ersten Lacher und erhalten automatisch eine gelöste Stimmung 😀
Regenwürmer wiederum haben Senfsaat zum Fressen gern und kommen relativ zügig an die Erdoberfläche. Die Zeit, die die Tiere benötigen, um die Körner zu finden, wird mit einer kurzen Aktion überbrückt. Zwischendrin immer wieder schauen, ob sich bei der Senfsaat etwas regt. Sind Regenwürmer da, werden sie beim Fressen beobachtet, untersucht. Nebenbei entstehen Lehrgespräche über ihre Lebensweise und Arten. Kommen sie nicht an die Oberfläche, sorgen sie dennoch für Bewegung in der Gruppe. Egal was geschieht: die Aufmerksamkeit der Teilnehmer ist aktiv beim Geschehen und damit bei Ihnen.

Wichtig ist es, Teilnehmern Zeit zum Verarbeiten des Gelernten vor Ort zu lassen. Lassen Sie sie während einer Aufgabe eine angemessene Zeit in Ruhe werkeln und beanspruchen nicht ständig den Kopf sondern auch die Hände. Das funktioniert gut mit Experimenten und kreativen Übungen. Auch sollten Sie sich Gedanken über Ihre didaktische Struktur machen.

Silke Bicker

Autor: Silke Bicker

Ich schreibe und lehre für Organisationen, die mit unterschiedlichen Medien Wissen über Natur kommunizieren. Darüber hinaus berate ich Dienstleister zu ihrem individuellen PR-Konzept und unterstütze sie dabei, dieses selbst gut umsetzen zu können.

Kommentare sind deaktiviert.