Erdhaftig – Silke Bicker | Kommunikation: Naturwissen & PR

Bodenbewusstsein II: Kratzen an der Oberfläche oder in die Tiefe gehen

Fingerhut webIm ersten Teil ging es darum zu verstehen, woran die Sensibilisierung für ein größeres Bewusstsein für das Schutzgut Boden in der breiten Öffentlichkeit hakt. Nun wird es konkret – für wen reicht das Kratzen an der Oberfläche und für wen warum nicht:

An der Oberfläche kratzen…

Wie tief ein Workshop in den Boden dringt, hängt von der Zielgruppe ab und damit, wie diese angesprochen werden will. Kinder wollen Spaß haben und je älter sie werden auch ihren Kopf zum Mitdenken und Entwickeln eigener Schlüsse einsetzen. Multiplikatoren, die vorwiegend mit Kindern arbeiten, und interessierten Laien reicht das „Kratzen an der Oberfläche“. Welcher Horizont in welcher Tiefe beginnt und endet, ist für sie irrelevant. Wie Erde verwendet wird und was mit ihr gemacht werden kann oder wozu sie genutzt wird, ist für diese Zielgruppe spannend. Konkrete Beispiele direkt umgesetzt in Experimenten und Aktionen: „Malen mit Erdfarbe“ ist so ein Beispiel. Je nachdem ob verschiedene Erdtöne in einer Region vorkommen oder ob Künstlerpigmente verwendet werden, stellen die Teilnehmer Fragen:

➡ Warum sind die Töne unterschiedlich?
➡ Wieso sieht ein Boden an einem steilen Hang oben anders aus als am Hangfuß?

So entwickeln sich Gespräche über die Entwicklung von Böden und die Dauer solcher Entstehungen. Und je nachdem wie interessiert oder vorgebildet die Teilnehmer sind, lassen sich komplizierte Themen in diesem Zusammenhang mit einfachen Worten und Übungen erklären. Verlagerungsprozesse, Verwitterung und alltägliche anthropogene Einwirkungen können beispielsweise so erklärt werden.

 … oder in die Tiefe buddeln?

Mit Bodenkundlern, Landwirten, Ferienhofbesitzern und Direktvermarktern der Agrarwirtschaft ist der Ansatz im Prinzip der gleiche, jedoch können Sie voraussetzen, dass sie bereits viel über den Boden wissen. Ihnen fehlen die Kenntnisse geeigneter Methoden und didaktische Grundlagen, um Laien zu erreichen:

  • Wie können wir für den Boden als Naturgut sensibilisieren?
  • Welche Methoden eignen sich für welche Zielgruppe zum Aufbau eines Bodenbewusstseins?
  • Welche Methoden sind wann und wofür sinnvoll?
  • Wie werden Teilnehmer motiviert selbst aktiv zu werden?
  • Was ist überhaupt für wen interessant?
  • Wie wird ein gutes, lernförderndes Sozialklima erzeugt?
  • Was ist ein didaktisches Konzept?

Anfangen bei Null oder drüber?

Erwachsene sind anders als Kinder. Sie wissen bereits mehr, sind erfahrener und auch deutlich anspruchsvoller als (Klein-) Kinder. Viele Multiplikatoren arbeiten mit Kindern, sehr wenige stürzen sich auf die Weiterbildung von Erwachsenen. Auch hier gilt es genauer zu gucken:

➡ Welches Vorwissen existiert denn schon?
➡ Wenn Sie absoluten Laien, wie etwa Erziehern und Lehrern, etwas über den Boden beibringen wollen, dann müssen Sie bei Null anfangen. Denn das Thema Boden kommt in keinem Orientierungs- und Lehrplan vor – in keinem Bundesland.

Silke Bicker

Autor: Silke Bicker

Ich schreibe und lehre für Organisationen, die mit unterschiedlichen Medien Wissen über Natur kommunizieren. Darüber hinaus berate ich Dienstleister zu ihrem individuellen PR-Konzept und unterstütze sie dabei, dieses selbst gut umsetzen zu können.

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