Erdhaftig – Silke Bicker | Kommunikation: Naturwissen & PR

Bodenbewusstsein – wie Workshops für den Schutz des Bodens sensibilisieren – Teil I

ufoViele Multiplikatoren scheuen davor zurück, sich mit dem Bodenschutz vertraut zu machen. Mittels kreativer und zielgruppenspezifischer Workshops lässt sich diese Zurückhaltung verkleinern. Mit aktivierenden Elemente, einer verständlichen Sprache und Zielsetzungen auf das Wesentliche werden Multiplikatoren und Laien sensibilisiert.
Dies ist der erste Teil einer neuen Reihe: 

Der Boden – ein komplizierter Kandidat?

Kreative Workshops eignen sich nicht auf den ersten Blick, um Laien für den Bodenschutz zu interessieren. Auf den zweiten Blick zeigt sich oft, dass Menschen für ihn  begeistert werden können. Begeisterung führt zu gesteigertem Interesse an Inhalten und daran Herausforderungen zu meistern.
Wenn etwas generell als schwierig für Laien bezeichnet wird, sinkt vor allem die Motivation sich damit zu beschäftigen.

Die Veranstaltungsform Workshop setzt die Hemmschwelle generell niedrig an und Teilnehmer müssen selbst aktiv werden. Dies geschieht durch die Kommunikation untereinander, durch das Preisgeben und Umsetzen eigener Ideen. Fragen lassen sich im moderierten Miteinander leichter stellen, weil auch klar ist, dass viele nicht so viel wissen und keiner sein Gesicht verlieren wird. So tragen viele Workshopteilnehmer ihre Gedanken und Assoziationen zum „Kandidat Boden“ bei. Ja, aber… denken jetzt einige wissenschaftlich Orientierte von Ihnen vielleicht. Nix, ja aber –  je schwieriger und komplizierter ein Thema dargestellt wird, umso seltener beschäftigen sich aktive Interessierte mit ihm.

Wissenschaftler verzichten ungern auf ihre spezielle, trockene, sachliche Sprache. Sie haben sie ja auch jahrelang erlernen müssen :wink:. Aber um Multiplikatoren, die mit Laien zum Boden arbeiten wollen, weiterzubringen, ist eine normale Sprache und ein einfacher Einstieg wesentlich sinnvoller. Dazu komme ich im 3. Teil noch ausführlich!

Woran liegt´s?

Liegt es am Thema oder an der bisher eher wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Boden?
Das Schutzgut Wasser zum Beispiel ist vielen Menschen direkt zugänglich, jedoch wird es sowohl fachlich als auch für Laien transparent diskutiert. Kein Kindergarten, keine Schule und kein Naturschutzverein, der nicht mit dem Element Wasser arbeitet und wenig Menschen, denen zu Wasser, Seen, Bächen, Grundwasser nichts einfällt. Es liegt nicht nur daran, dass Wasser lebensnotwendig und in den meisten Regionen zugänglich ist. Dies gilt auch für den Boden. Sondern vor allem an der Transparenz im Umgang mit Wasser und spielerischen Herangehensweisen. Auch wir Erwachsene lernen viel über das Spiel mit den Elementen. Beispielsweise lassen sich beim Bau eines funktionierenden Aquädukts durch eine Wiese mit verschiedenen Materialien Teamtraining und das Wiederentdecken physikalischer Eigenschaften sehr gut miteinander verknüpfen.

Kreative Methoden und ernste Inhalte

Wie Wasser kann auch Boden ein Alleinunterhalter sein, verknüpft mit aktuellen Themen und den passenden Methoden. Allerdings reichen  fachliche und methodische Kenntnisse allein nicht aus, diese Zutaten braucht es ebenfalls:

➡ ein anziehender Ausschreibungstext muss her – er muss der angesprochenen Zielgruppe schmecken.
➡ Workshops werden moderiert und das gegebenenfalls vorhandene Teilnehmerwissen wird mit eingebunden.
➡ Auch Workshops benötigen einen Roten Faden, einen didaktisch sinnvollen Ablauf.  Welches Ziel sollen die Teilnehmer am Ende erreicht haben beziehungsweise was sollen sie dann können?

Moderatoren müssen die Methoden anwenden und ihre Teilnehmer begeistern können. Sei es über Storytelling, Gestalten oder open spaces, die von World Cafés bis hin zu Zukunftswerkstätten führen. Denn gerade über kreative Methoden werden Bezugspunkte gesetzt, miteinander verbunden und ungeheures Potenzial aller freigesetzt. Mit den Resultaten aus ergebnisorientierten Workshops kann entweder direkt weiter gearbeitet oder darauf aufgebaut werden. Dies kann sowohl in Veranstaltungsreihen als auch zu gezielten Fragestellungen innerhalb eines Projektes oder Vereins passieren.

Silke Bicker

Autor: Silke Bicker

Ich schreibe und lehre für Organisationen, die mit unterschiedlichen Medien Wissen über Natur kommunizieren. Darüber hinaus berate ich Dienstleister zu ihrem individuellen PR-Konzept und unterstütze sie dabei, dieses selbst gut umsetzen zu können.

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