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Interview mit Naemi Reymann, Designerin

Für diesen Beitrag interviewte ich meine Netzwerk- und Kooperationspartnerin Naemi Reymann. An St. Nikolaus 2012 lief unser gemeinsamer Blog Kopfweide vom Stapel und in der Xing-Gruppe Umweltbildung (Gruppe 2015 aufgelöst) teilen wir uns die Co-Moderation. Kurzweilige Gespräche ermuntern zum gegenseitigen Austauschen und Aushecken:

Wann hast Du Deine gestalterischen Fähigkeiten für Dich entdeckt?

Meine Eltern haben meinen Bruder (er ist heute Optical Designer in der Schweiz) und mich früh gefördert. Sie gaben uns viele Impulse wie Ausstellungen, Reisen, Theaterbesuche, Literatur, Sport aber auch privaten Kunst- und Musikunterricht. Bereits als Kind habe ich eigene Geschichten verfasst und illustriert. Im Wechsel haben mein Bruder und ich dann die Familien-Weihnachtskarte gestaltet. Oder auch schon mal eine Einladung für den Lionsclub. Das waren für mich die ersten richtigen Druckaufträge, wenn man so will. In unserer Familie spielt Kreativität immer eine Rolle, einer meiner Großväter war Architekt, meine Mutter ist u.a. Künstlerin und Musikerin mit jahrzehntelanger Erfahrung im Galeriebetrieb und mein Vater brachte uns an die Fotografie (mit Laborarbeit) heran. Im Studium an der Kunsthochschule habe ich das dann weiterentwickelt, aber die Grundlagen waren da.

Welche Bedeutung haben Gestaltung und Landnutzung in Deinem Leben?
Auch da sind es wieder die Einflüsse der Jugend: Ich bin mitten in der Stadt mit einem großen Garten mit kleinem Gewächshaus und Kamin aufgewachsen. Wir haben im Garten viel gepflanzt, geackert, geerntet und eingemacht. Zum Bäumefällen waren wir hin und wieder sogar in Waldstücken von Bekannten unterwegs (die hatten einen Wald aber keinen Kamin, bei uns war es umgekehrt ;-).
Ich stamme aus Herdecke an der Ruhr, einer kleinen Stadt am Rande des Ruhrgebiets. Der Weg zum Fluss war nicht weit und auf den umliegenden Hügeln gibt es schöne Waldstücke und Felder.

Über die Zeit habe ich miterlebt, wie im großen Stil Räume verändert und umgestaltet wurden. Beispielsweise der Emscherumbau oder die Internationale Bauausstellung, die IBA mit ihrer tollen Abschlussveranstaltung an der Kokerei der Zeche Zollverein in Essen. Viele Zechen wurden zu Industriedenkmalen und Halden zu Landart umgestaltet und touristisch erschlossen. Dieser Prozess dauert immer noch an! Dazu kommt die eigene Sozialisation, das sich Befassen mit Ressourcen und viele Reisen. Zudem tauch ich seit etwa zwölf Jahren. Auch da komme ich durch Kurse in der Süßwasser- und Meeresbiologie wie auch Unterwasserarchäologie mit Veränderungen der Umwelt in Kontakt (beispielsweise im Mittelmeer).

Wie bist Du darauf gekommen, künstlerisch Menschen über Ökologie miteinander ins Gespräch zu bringen?
Bei mir sind Gestaltung und Kunst häufig miteinander verwoben. Unterhaltend informieren ist dabei einer meiner Ansätze. Dinge, die einem Spaß machen, mit denen man sich intensiver befasst merkt man sich besser. Die Ideen dafür kommen manchmal unerwartet. Bei einem Studentenjob habe ich Leute in einem Einkaufszentrum gezählt und dabei ihre Gesichter beobachtet. So kam ich auf die Idee meiner Diplomarbeit „camera curiosa“, einem CD-Rom-Spiel über das Lachen. Als ich im Kulturhauptstadtjahr 2010 beim t.a.i.b., einem temporären Bambusbau mitarbeitete, entstand die Idee einer Wanderausstellung über den Verbrauch von Wasser – die „virtuellen“ Wasserfußabdrücke. Auf „Blaues Gold in der Warenwelt“ in dem Pavillon folgte ein halbes Jahr später eine Diskussionsrunde mit Wasserexperten im Grillo Theater in Essen und zweieinhalb Jahre danach die Möglichkeit bei der Karma Konsum Konferenz in Frankfurt mit Hansgrohe auszustellen. Das Wasserthema verfolge ich weiter, gern würde ich es zum Beispiel mit dem Thema Plastikmüll im Meer verbinden…

Das Objekt „green it“, ein plastischer QR-Code aus Moos und Kies wiederum durchlief auch einige Entwicklungsstufen: Beim Bochumer Naturfestival war er anders in Größe und Ausarbeitung als beim Kölner Designfestival ökoRAUSCH im Rautenstrauch-Joest-Museum. Wer weiß, welche Formen in Zukunft folgen…

Hast Du jemals gedacht: „das kann ich nicht, für so etwas bezahlt bestimmt niemand etwas“?
Eher: Das kann ich, aber vieles ist zunächst mit Eigeninvestition in Form von Zeit und auch Geld verbunden. Ich bin nach zehn Jahren Angestelltendasein als Art Director erst seit Anfang 2010 selbständig und da ist immer noch viel im Aufbau. Das kann aber auch eine Chance sein, da ich flexibel bin und starke Netzwerke habe. Ich habe auch schon Projekte abgelehnt, deren Anfrager aus ökologischer Sicht nicht ganz in mein Portfolio passten. Das heißt nicht, dass meine Kunden „öko“ sein müssen, um mich zu beauftragen, aber ich wähle gern den Weg, dass gemeinsam mit vielen kleinen Schritten Wege mit umweltfreundlicher Gestaltung beschritten werden. Ein Grundverständnis gegenüber Ökologie und faires Verhalten bilden weitere Bausteine.

Kreativität steigert sich, je kreativer man tätig ist. Ist das auch Deine Erfahrung?
Ja, man braucht Freiräume zum „Ideenspinnen“. Und dann hilft es hin und wieder, kurz etwas ganz anderes zu machen, beispielsweise rausgehen, sich um Pflanzen kümmern, eine Runde im Park spazieren oder Klavierspielen und dann wieder an die Arbeit. Das Unterbewusstsein arbeitet in der ganzen Zeit sowieso weiter…

Was kannst Du den Lesern mitteilen, wenn es um mutig sein und das Ausleben der eigenen Kreativität geht?
Da fallen mir gerade nur diese zwei Sprüche zu ein in Bezug auf das Durchhalten: Dranbleiben tut kriegen und sich klar zu machen, daß Gras nicht schneller wächst, wenn man dran zieht…

Was schätzt Du an der Kooperation/ dem Netzwerken mit mir?
Deine freundliche und kompetente Art, dass du jemand bist, der interdisziplinär arbeiten, gut quer denken und sehr strukturiert arbeiten kann. Und, wenn es erforderlich ist, im guten Sinne auch mal „spinnen“ kann!

www.reymann-design.de

Autor:

Ich berate Dienstleister zu ihrer individuellen Unternehmenskommunikation und unterstütze sie dabei, das frisch Konzipierte und mit mir Erarbeitete selbst anwenden zu können. Denn gerade Dienstleister punkten mit ihrer persönlichen Art und Weise ihre Geschäfte anzugehen.